Glasfaser für Korschenbroich-Pesch

Telefonieren

Ganz normal

Die meisten Festnetznutzer haben eine Telefonnummer und eine Telefonleitung, an der sie ein analoges Telefon oder eine DECT-Basisstation für Funktelefone verwenden. In dem Fall ändert sich durch den Wechsel zur Deutschen Glasfaser praktisch nichts: Die Rufnummer wird auf Wunsch in den neuen Vertrag mitgenommen. Nach der Rufnummerübernahme wird das analoge Telefon bzw. die Basis der Funktelefone aus der TAE-Dose, dem Splitter oder dem alten Router ausgestöpselt und in den Router der Deutschen Glasfaser eingestöpselt. Wenn Sie bei der Beauftragung den Router mitbestellt haben, wird dieser vom Provider für Sie vorkonfiguriert. Falls Sie einen eigenen Router verwenden wollen, bekommen Sie die Zugangsdaten, mit denen die gängigen Modelle anhand von Anleitungen im Internet einfach zu konfigurieren sind. Sie können die Nummer auf Wunsch kostenlos wie bisher ins Telefonbuch eintragen lassen und haben dabei die üblichen Wahlmöglichkeiten (Onlineabfrage oder nicht, Inverssuche oder nicht). Im 100 Mbit Tarif werden die Gespräche einzeln abgerechnet. In den schnelleren Tarifen ist eine Festnetzflatrate enthalten.

Darf's etwas mehr sein?

Die Tarife DG classic und DG premium enthalten eine Festnetzflatrate und sind über zusätzliche Optionen ausbaubar. Ich werde kurz beschreiben, was sich damit realisieren lässt und was nicht. Es wird sich zeigen, dass das Telefonieangebot, so wie es beworben wird, eher auf einfache Ansprüche ausgelegt ist. Danach stelle ich einige zusätzliche Möglichkeiten vor, wie sich mit Ihrem schnellen und zuverlässigen Internetanschluss und spezialisierten Anbietern praktisch alle Anforderungen erfüllen lassen. Für die meisten ist es die einfachere Variante, alles bei einem Anbieter zu buchen. Aber wer sich etwas umschaut, kann auf ein breites Angebot von Dienstleistungen zurückgreifen, Flexibilität gewinnen und auch noch dabei sparen.

Sie können zwei internationale Festnetzflatrates buchen, die für 5 Euro bzw. 15 Euro unterschiedliche Länder abdecken. Für 3 Euro können Sie 30 Minuten in deutsche Mobilfunknetze kaufen oder gleich für 10 Euro die Mobilfunkflatrate national buchen.

Wenn Sie von einem ISDN-Anschluss oder einem Anschluss mit Internettelefonie zu Deutsche Glasfaser wechseln, haben Sie evtl. mehrere Rufnummern. Bis zu 10 Rufnummern können mitgenommen ("portiert") werden. Für die Übernahme von mehr als zwei Rufnummern ist ein anderer Router als der von Deutsche Glasfaser erforderlich. Außerdem ist zu beachten, dass Sie eine zusätzliche "Leitung" benötigen, wenn Sie gleichzeitig mehrere Gespräche führen wollen. Das gilt auch, wenn Sie z.B. während eines Telefonats ein Fax senden oder empfangen möchten. Die zweite Leitung kann bei der Bestellung ausgewählt werden und kostet 1,50 Euro pro Monat. Darin ist auch die zweite Rufnummer enthalten. Der Router der Deutschen Glasfaser ermöglicht maximal die Benutzung von zwei Leitungen. Die Rufnummern werden den Leitungen exklusiv zugeordnet. Das heißt, es ist beim Telefonanschluss der DG normalerweise nicht möglich, während eines Gesprächs gleichzeitig ein weiteres Gespräch über die selbe Rufnummer zu führen. Die Rufnummer ist während des Gesprächs besetzt. Ein gleichzeitiges Gespräch auf der anderen Rufnummer und Leitung ist möglich. Anklopfen und Makeln werden noch nicht unterstützt. Bis zu zehn Rufnummern sind in Verbindung mit einem anderen Router möglich. Auch dabei gilt, dass die Rufnummern exklusiv den Leitungen zugeordnet werden, so dass normalerweise auf einer Rufnummer jeweils nur ein Gespräch gleichzeitig möglich ist. Während des Gesprächs sind diese Rufnummer und alle weiteren der Leitung zugewiesenen Rufnummern besetzt, auch bei Verwendung eines eigenen Routers.

Soweit die beworbenen Tarife und Optionen. Auf Anfrage gibt es außerdem eine "Komfort"-Option für 3 Euro im Monat, die die Sprachkanäle ähnlich wie ISDN flexibler zur Verfügung stellt. Damit sind dann wie von ISDN gewohnt zwei gleichzeitige Gespräche auf der selben Rufnummer möglich.

Schön an der Internettelefonie ist auch, dass Sie nicht auf das Angebot ihres Anschlussbetreibers festgelegt sind, sondern viele Anbieter bereitstehen, um auch ausgefallene Telefonieanforderungen zu bedienen, und dabei teilweise deutlich günstiger sind. Ein schneller Glasfaseranschluss bietet dafür ideale Voraussetzungen.

Der Router und die Telefone

Spätestens mit der bevorstehenden Abschaltung des herkömmlichen Telefonnetzes durch die Telekom und dem Wechsel zu einem "All-IP-Netz" ändert sich für Festnetznutzer, wie Telefone angeschlossen werden. Beim Übergang von einem "echten" Telefonanschluss zu einem Glasfaseranschluss mit Telefonie greifen Sie dieser Entwicklung nur etwas vor. Bei vielen Anschlussnehmern ist diese Umstellung bereits vollzogen, oft ohne dass sie es gemerkt haben. Bei klassischen Analoganschlüssen wird das Telefon an den Splitter angeschlossen. Bei ISDN-Anschlüssen ist an den Splitter ein sogenannter NTBA angeschlossen, und daran dann eine Telefonanlage oder direkt ISDN-Telefone. Bei VDSL-Anschlüssen und bald auch bei allen anderen kombinierten Telefon- und Internetanschlüssen werden die ganz normalen Telefone bzw. Telefonanlagen am Router angeschlossen. Der Router stellt die Telefonverbindungen über das Internet her. Die dafür nötigen Vermittlungsdienste bieten unter anderem die Anschlussnetzbetreiber selbst an. Dies ist auch bei einem Glasfaseranschluss der Fall.

An den Router der Deutschen Glasfaser können nur normale analoge Telefone mit RJ11-Stecker bzw. Telefone mit den in Deutschland üblichen TAE-Steckern über einen einfachen Adapter angeschlossen werden. Funktelefone werden über ihre eigene Basisstation mit dem Router verbunden. Es können insgesamt zwei Telefone oder Basisstationen angeschlossen werden. Der Router der Deutschen Glasfaser deckt also was die Telefonie betrifft nur die einfachen Fälle ab. Für alles, was über diese Anforderungen hinausgeht, benötigen Sie einen anderen Router oder Telefone bzw. eine Telefonanlage, die selbst Verbindungen über das Internet herstellen können. Für ISDN-Telefone muss der Router eine "S0-Schnittstelle" haben. Wenn DECT-Telefone direkt am Router angemeldet werden sollen, und nicht an der zum Telefon gehörenden DECT-Basis, dann muss der Router eine integrierte DECT-Basis bieten. Für optimale Zusammenarbeit sollten die Funktelefone und der Router CAT-iq unterstützen. Die Minimalanforderung ist DECT-GAP.

Die Router von AVM sind beliebte Alles-in-einem Geräte, die einfach zu konfigurieren sind und je nach Ausstattungsvariante auch die direkte Anmeldung von DECT-Telefonen und den Anschluss von ISDN-Telefonen ermöglichen. Um den Internetanschluss nicht unnötig auszubremsen, sollte ein Gerät aus der aktuellen Generation oder der Vorgängergeneration gewählt werden. Es gibt einen speziellen Glasfaserrouter von AVM, die Fritz!Box 5490. Dieser Router wird direkt an die Glasfaser angeschlossen und kann Berichten aus dem Anschlussgebiet zufolge an den FTTH-Anschlüssen der Deutschen Glasfaser eingesetzt werden. Für den Anschluss sind aber Fachkenntnisse erforderlich. Dieser Router kann, muss aber nicht verwendet werden.

Von der Deutschen Glasfaser wird normalerweise ein Netzabschlussgerät (NT) installiert, das den Internetanschluss über eine normales (elektrisches) Netzwerkkabel bereitstellt. Daran können die viel verbreiteteren DSL-Fritzboxen angeschlossen werden. Die Router bieten dazu die sogenannten "LAN 1 Konfiguration", bei der das integrierte DSL-Modem umgangen wird. Als Router mit internem ISDN Anschluss (S0) kommen aus dem AVM Sortiment die Fritz!Box 7580 und das Vorgängermodell Fritz!Box 7490 in Frage. An diese Router können ISDN Telefone oder Anlagen, zwei analoge Telefone oder Basisstationen und bis zu sechs DECT Telefone direkt angeschlossen werden.

Über die Fritz!Box 7490 können bis zu fünf Gespräche gleichzeitig geführt werden. Technisch bedingt sind über angeschlossene ISDN-Telefone maximal zwei gleichzeitige Gespräche und über DECT maximal drei gleichzeitige Gespräche möglich. Es können aber z.B. gleichzeitig externe Gespräche über zwei ISDN-Telefone, zwei analog angeschlossene Telefone und ein DECT-Telefon geführt werden. Für noch mehr gleichzeitige Gespräche können spezielle IP-Telefonanlagen oder IP-Telefone verwendet werden, die selbst die Telefonverbindungen über das Internet herstellen. Dazu ist dann ein geeigneter Tarif bei einem VoIP Anbieter zu empfehlen. Am Glasfaseranschluss steht genug Bandbreite für hunderte gleichzeitige Gespräche zur Verfügung: Alles nur eine Frage der Endgeräte und der VoIP-Tarife.

Mehr Auswahl

Mehr Auswahl bringt nicht nur die Qual der Wahl sondern auch mehr Möglichkeiten. Wenn sich Ihr physischer Telefonanschluss in Luft aufgelöst hat, ist er nicht mehr unbedingt an die Leitung gebunden. Telefon-"Anschlüsse" sind zu einer reinen Dienstleistung geworden, die Sie im Prinzip weltweit einkaufen können, was auch ungewöhnliche Nutzungen ermöglicht. Telefonnummern mit britischer oder spanischer Landesvorwahl können Sie aber z.B. auch bei Anbietern in Deutschland bekommen. Ebenso ist es möglich, in sogenannten "Trunking" Tarifen ganze Rufnummernblöcke mit 10 oder 100 Nummern zu erhalten oder mitzunehmen. Die Tarifierung hängt üblicherweise von der Anzahl der gleichzeitig möglichen Gespräche ab. Tarife für mehrere hundert ein- und ausgehende Gespräche werden angeboten, genauso wie Tarife mit den bei Mehrgeräte-ISDN-Anschlüssen üblichen 2 "Leitungen". Ein Trunking Tarif mit 2 eingehenden und 100 ausgehenden parallelen Gesprächen ist z.B. ohne monatliche Grundgebühr bei Sipgate erhältlich. Der VoIP Provider Easybell bietet 10 parallele Gespräche ein- und ausgehend für monatlich 5 Euro (inkl. MwSt.) an.

Viele Provider haben günstige Flatrates für Privatkunden im Angebot. Easybell bietet z.B. einen Tarif mit Festnetzflatrate in 40 Länder inkl. Deutschland an, mit einer Rufnummer und zwei Leitungen für 8,49 Euro im Monat. Tarife mit Minutenpaketen und weniger umfassenden Flatrates sind bei Easybell ebenfalls erhältlich. Weitere Rufnummern sind günstig zubuchbar und Gespräche ins Mobilfunknetz sind deutlich günstiger als die Minutenpreise bei Anschlüssen im Telekom-Festnetz und auch günstiger als in Unitymedia und Deutsche Glasfaser Tarifen.

Der günstigste Privatkundentarif bei Sipgate, "Sipgate basic", ist inkl. einer Telefonnummer kostenlos. Es ist eine Deutschland-Flatrate für 9,95 Euro buchbar, die Anrufe ins Festnetz und in die Mobilfunknetze abdeckt. Wer viel privat ins Ausland telefoniert, kann das mit der Europa-Flat für 14,95 Euro pauschal bezahlen, die ebenfalls für Gespräche in die Fest- und Mobilfunknetze gilt und die Deutschland-Flat einschließt.

Das ist nur eine kleine Stichprobe des VoIP Angebots, um Ihnen einen ersten Eindruck von den verfügbaren Dienstleistungen und Preisen zu geben. Es gibt zahlreiche weitere in- und ausländische VoIP Dienstleister, und die genannten Anbieter haben viele weitere Tarife im Angebot. Alle genannten Tarife können sich selbstverständlich jederzeit ändern. Vergewissern Sie sich deshalb auf den Anbieterseiten, dass die Tarife Ihren Ansprüchen genügen. Links zu den genannten Anbietern finden Sie am Ende dieser Seite in der Quellenliste.

Nomadische Nutzung

Mit "nomadischer Nutzung" ist die Nutzung von VoIP Anschlüssen losgelöst von einem realen Festnetzanschluss gemeint. Wegen regulatorischer Vorgaben können VoIP Anschlüsse in Verbindung mit Festnetzanschlüssen nur an den zugehörigen Anschlüssen genutzt werden. Das gilt auch für die Telefonie in den Tarifen der Deutschen Glasfaser. Die VoIP Zugänge, die bei reinen Online-Dienstleistern gebucht werden, sind aber über einen beliebigen Internetanschluss nutzbar, die nötige Bandbreite, Zuverlässigkeit und niedrige Latenz vorausgesetzt. Das heißt z.B., dass Sie bei einem längeren Auslandsaufenthalt ihre deutsche Telefonnummer "mitnehmen" können und dann genau so erreichbar sind und telefonieren können, als wären Sie zu Hause. Voraussetzung dafür ist nur, dass Sie weiterhin einen Bezug zum Ortsnetz haben, aus dem ihre "geographische" Nummer stammt. Das ist z.B. der Fall, solange Sie dort ihren ersten oder zweiten Wohnsitz oder einen Firmensitz haben.

Die Trennung von Anschlussbetreiber und Telefoniedienstleister hat noch weitere Vorteile: Bei vielen Anbietern können mehrere Geräte gleichzeitig über verschiedene Internetzugänge angemeldet sein, so dass Sie z.B. mit einer App auf dem Handy eingehende Anrufe auf der Festnetznummer entgegennehmen können. Bei einem Ausfall Ihres Internetanschlusses funktioniert ihr Telefon auch über einen anderen Internetanschluss, z.B. wie im vorgenannten Beispiel auf dem Handy. Sie können bei einer Problemhäufung den Anschlussanbieter schnell wechseln, weil Ihre Rufnummern nicht an den tatsächlichen Anschluss gebunden sind. Auch ein regulärer Anschlussanbieterwechsel geht ohne weitere Portierung vonstatten. Genauso können Sie den Telefoniedienstleister wechseln, ohne lang laufende Anschlussverträge abzuwarten, z.B. wenn sich Ihre Anforderungen ändern und der bisherige Anbieter keinen passenden Tarif anbietet.

Quellen und weiterführende Informationen