Glasfaser für Korschenbroich-Pesch

Aus welchen Teilen besteht der Internetzugang?

Vorwort

Nach einem kurzen Überblick über die Struktur des Internets wird die Technik vom zentralen Verteiler im Ort bis zum Computer erklärt, insbesondere die Geräte, die im Haus installiert werden.

Vom Internet bis zum Austauschpunkt

Das Internet ist ein Netz von Netzen. Um alle Teilnehmer erreichen zu können, sind die Netze der verschiedenen Provider untereinander verbunden. Der Austausch zwischen den Netzen findet in Europa vorwiegend an Internetaustauschpunkten (Commercial Internet eXchange, CIX) statt. Der größte Austauschpunkt ist der DE-CIX in Frankfurt am Main. Die Netze, die zum Internet verbunden sind, werden über eine "ASN" genannte Nummer identifiziert (Autonomous System Number). Das Netz der Deutschen Glasfaser trägt die Nummer AS60294. Mit dieser Information kann einiges über die Netzstruktur recherchiert werden. So erfährt man z.B., dass die Deutsche Glasfaser in Frankfurt am DE-CIX vertreten ist, aber auch in Düsseldorf am ECIX-DUS und an weiteren Austauschpunkten in Hamburg, München, Frankfurt und Düsseldorf.

Für den Datentransport von und zu Teilnehmern anderer Netze schließen Internetanbieter (Internet Service Provider, ISPs) Austauschvereinbarungen ("Peering Agreements") mit anderen Netzbetreibern ab, die ebenfalls an den Austauschpunkten vertreten sind. Um auch Netze erreichen zu können, die nicht an einem gemeinsamen Austauschpunkt "peeren" oder mit denen keine Austauschvereinbarung getroffen wurde, kaufen ISPs "Transit" (Durchleitung) bei größeren Providern ein. Diese Provider betreiben weltweite Netzwerke und leiten Daten gegen Bezahlung an entfernte Netze weiter. Sie sind sozusagen die Internetprovider für Internetprovider. Routing-Datenbanken ist zu entnehmen, dass das AS60294 bei Cogent, TeliaSonera und Level 3 Transit-Kunde ist und mit zahlreichen anderen Netzen (u.a. Akamai, Netflix und Amazon) Austauschvereinbarungen unterhält.

Vom CIX in den Ort

Die voranstehenden Absätze beschreiben, wie die Daten für Deutsche Glasfaser vom Internet zu den Internetaustauschpunkten (CIX) kommen und umgekehrt. Ab den Austauschpunkten unterhält Deutsche Glasfaser ein eigenes Netz. Das Backbone ("Rückgrat", Kernnetz) besteht aus mehreren miteinander verbundenen Glasfaser-"Ringen". Das Unternehmen verwendet für das Backbone überwiegend eigene Glasfasertrassen und mietet nur in Ausnahmefällen Fasern an. Durch die Ringstruktur ist jeder Netzknotenpunkt von zwei Seiten erreichbar und deshalb beim Ausfall einer Glasfaserstrecke nicht vom Netz abgeschnitten. Über dieses Backbone sind die PoPs (Points-of-Presence) mit den Internetaustauschpunkten verbunden. Die Übertragungsleistung auf dem Backbone kann bei steigendem Bedarf mitwachsen. Mit eigenen Verbindungen zu mehreren Austauschpunkten und Transitverträgen bei den drei Marktführern sind von Seiten der Deutschen Glasfaser die Voraussetzungen für stabile, schnelle und zukunftssichere Internetanschlüsse gegeben.

Vom PoP bis zum Hausübergabepunkt

Die PoPs sind die Zentralen des Netzes in den einzelnen Orten. Es gibt sie in Abhängigkeit von der Anzahl der benötigten Anschlüsse in unterschiedlichen Größen, vom Schaltschrank bis etwa zur Größe einer kleinen Fertiggarage. In den meisten Orten wird nur ein einzelner PoP benötigt, der auch nicht im öffentlichen Straßenraum aufgebaut wird, sondern auf einem Grundstück, das die Deutsche Glasfaser für diesen Zweck erwirbt.

Vom PoP ausgehend verlaufen gebündelte Glasfasern zu unterirdischen Verteilkästen, wo die Fasern aus den Bündeln mit den einzelnen Fasern zu den Häusern verbunden ("gespleißt") werden. Dadurch entstehen durchgehende optische Verbindungen zwischen dem PoP und den Hausanschlüssen. Eine solche Verbindung steht jeweils exklusiv einem Anschluss zur Verfügung und liefert unabhängig von der Entfernung und vom Nutzungsverhalten der Nachbarn immer die volle Bandbreite.

Im Haus

Die Glasfasern vom PoP enden in einer "Glasfasersteckdose" im Haus, dem Hausübergabepunkt (HÜP). Der HÜP benötigt keinen Strom. Er wird in unmittelbarer Nähe der Stelle montiert, wo das Glasfaserkabel ins Haus kommt.

Die optische Verbindung endet nicht im Hausübergabepunkt: Von dort geht es über ein gestecktes Glasfaserkabel weiter zum Netzabschluss (Network Termination, NT). Der NT ist ein aktives Gerät, benötigt also einen Stromanschluss. Er setzt das optische Signal der Glasfaserverbindung in ein elektrisches Signal um (und umgekehrt das elektrische Signal des Routers in ein optisches Signal zum PoP). Wenn ein geeigneter Weg für das Glasfaserkabel vorbereitet ist, kann der NT kostenlos bis zu 20m entfernt vom HÜP montiert werden, also z.B. in der Wohnung, wenn der HÜP im Keller ist. Eine längere Leitung ist gegen einen geringen Aufpreis möglich. Leitungswege werden bei der Hausbegehung mit dem Fachmann der Deutschen Glasfaser besprochen und festgelegt, der auch Hinweise für die nötige Vorbereitung gibt. Natürlich kann der NT aber auch direkt neben dem HÜP montiert werden, wenn dort ein Stromanschluss vorhanden ist. Der NT bildet den Abschluss des Deutsche Glasfaser Netzwerks.

Für den Anschluss des Kundenrouters stellt der NT eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle (1000BASE-T) bereit. Daran wird entweder der von Deutsche Glasfaser gekaufte oder gemietete oder der beim Kunden bereits vorhandene Router angeschlossen. Gigabit-Ethernet-Kabel (Cat 5e oder höher) dürfen bis zu 100m lang sein. Der Router kann also auch entfernt vom NT positioniert werden. Es kommt letztlich nur darauf an, welche Kabel wo vorhanden sind bzw. gelegt werden können. Zwischen Router und NT können zur Not auch Powerline-Modems oder WLAN-Brücken eingesetzt werden, wenn es nicht anders geht. An den Router werden die Geräte im Haus wie üblich angeschlossen.

Quellen und weiterführende Informationen