Glasfaser für Korschenbroich-Pesch

Infrastruktur

Jetzt haben und in Zukunft brauchen

Die Kommunikationsnetze, die in Korschenbroich-Pesch zur Verfügung stehen, haben den meisten Einwohnern bislang ausreichende Möglichkeiten geboten. Das liegt unter anderem daran, dass sich viele in den 80er Jahren für einen Kabelfernsehanschluss entschieden haben, so dass dieses Netz fast flächendeckend zur Verfügung steht und heute für den Internetzugang genutzt werden kann. Diese Nutzungsmöglichkeit war beim Bau des Netzes nicht absehbar. Man könnte also von Glück reden, dass die Investitionsentscheidung für den Kabelfernsehanschluss positiv ausgefallen ist. Wie heute beim Glasfaseranschluss wäre auch das Kabelfernsehnetz bei zu geringer Nachfrage nicht gebaut worden.

Das noch ältere Telefonnetz war dagegen in großen Teilen des Ortes schon längere Zeit den Anforderungen nicht mehr gewachsen. Erst durch die Teilmodernisierung ist das Telefonnetz wieder sinnvoll als Internetzugang nutzbar, auch wenn es den Anschluss an aktuelle Techniken in wenigen Jahren wieder verlieren wird, und die Verbesserungen die benötigten Geschwindigkeiten in Teilen des Ortes von Beginn an nicht erzielen werden.

Die Möglichkeit, das Telefonkabel per DSL als Internetzugang zu nutzen, wurde um die Jahrtausendwende geschaffen. Korschenbroich war zu der Zeit einer der ersten Orte, in denen diese Technik zur Verfügung stand. Unter anderem in unserem Ort fand der DSL-Pilotbetrieb statt. Mit DSL war damals weit mehr als die zehnfache Geschwindigkeit der sonst üblichen Modemverbindungen möglich. Der Zugang wurde schon kurz nach dem Start als monatliche Pauschale abgerechnet, während Modemverbindungen zeit- und entfernungsabhängig tarifiert waren. Dieser Unterschied war ein großes Hemmnis für Orte, in denen DSL noch nicht verfügbar war.

Wie auch das Kabelfernsehnetz wurde das Telefonnetz mit einer anderen Zielsetzung gebaut. Um das Telefonnetz für DSL nutzen zu können, mussten dennoch keine neuen Leitungen in die Häuser verlegt werden. Die Aufrüstung zum Internetzugang fand an den Endpunkten statt: Durch neue Geräte in den Häusern und den Vermittlungsstellen konnten die alten Leitungen weiter genutzt werden. Der entscheidende Teil Ihres DSL-Anschlusses, das Kabel ins Haus, wurde in vielen Fällen noch von der Bundespost verlegt. Das ändert sich auch mit der Modernisierung auf VDSL-Technik nicht.

Unabhängig davon, ob Sie einen Kabelinternetanschluss oder einen DSL-Anschluss nutzen: Leitungen, über die Sie ins Internet kommen, sind wahrscheinlich älter als 25 Jahre und oft noch viel älter. Selbst die Internetzugänge von Mitbürgern, deren Häuser erst später gebaut bzw. an das Kabel- und Telefonnetz angeschlossen wurden, hängen von Investitionsentscheidungen ab, die schon lange "volljährig sind". Einen neuen Kabelanschluss erhalten Sie nur dort, wo es ein Kabelfernsehnetz gibt. Vielerorts ist das nur deswegen der Fall, weil vor rund 25 Jahren genügend Mitmenschen einen Anschluss gebucht haben. Diese Menschen hätten sicher auf mehr Fernsehsender verzichten können. Zum Glück haben sie das nicht getan.

Das Wort Infrastruktur bedeutet "Untergefüge", also eine Art Fundament, auf dem das moderne Leben mit all seinen Annehmlichkeiten und Möglichkeiten aufbaut. Zur Infrastruktur zählen Straßen, Wasserversorgung, Stromnetze, Abwasserbeseitigung und vieles mehr. Im Informationszeitalter sind ohne Zweifel auch Kommunikationsnetze unverzichtbare Infrastruktur. Bislang hatten wir Glück: Die Telefon- und Kabelfernsehnetze reichten aus, um den Bedarf an Internetanschlüssen abzudecken, obwohl sie nur für Telefon und Fernsehen gebaut wurden. Beide Netze stoßen aber bereits heute an technische Grenzen und haben kaum noch Möglichkeiten, dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.

Vor 15 Jahren waren DSL-Anschlüsse eine Revolution: 0,8Mbit/s waren geradezu atemberaubend schnell. Wirklich gebraucht hat das kaum jemand. Keine 10 Jahre später galten Orte, in denen nicht mindestens 1Mbit/s verfügbar war, als unterversorgt. Heute liegt die Grenze zur Unterversorgung bei 30Mbit/s. Prognosen sind immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen, aber Anzeichen, dass der Bedarf in Zukunft nicht weiter steigt oder sich der Anstieg auch nur verlangsamt, sind nicht zu sehen. Fachleute sind sich einig, dass die bestehenden Leitungen den zu erwartenden Bedarf nicht decken können und nur FTTH Netze, also Glasfasern bis ins Haus, zukunftssicher sind. Zum ersten mal seit Jahrzehnten steht also ein neues Kommunikationsnetz ins Haus, im wörtlichen Sinn. "Brauchen" Sie das heute? Wahrscheinlich nicht. Mit der gleichen Begründung wäre aber vor 25 Jahren auch das Kabelfernsehnetz nicht gebaut worden.

Ob Sie einen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser buchen, ist keine Entscheidung mit einer Laufzeit von 2 Jahren. Daran hängt auch, ob das Glasfasernetz in Pesch gebaut wird. Sie entscheiden nicht nur, welchen Internetanschluss Sie nächstes Jahr nutzen, sondern welchen Anschluss die Bewohner von Pesch 2030 bekommen können. Für einen Tarif inkl. Anschluss fallen in den 24 Monaten der Mindestvertragslaufzeit im Vergleich zu Ihrem bestehenden Telefon- und/oder Internettarif Mehrkosten zwischen 0 und 20 Euro pro Monat an (abhängig von Ihrem Tarif). Selbst wenn Sie nicht wechseln, sondern einen Glasfasertarif zusätzlich zu ihrem bestehenden Tarif buchen, nur um den Anschluss zu bekommen, fallen dafür weniger als 30 Euro im Monat an durchschnittlichen Kosten über zwei Jahre an. Mehr müssen Sie als Kunde nicht ausgeben, um die Infrastruktur bauen zu lassen, die Pesch in den nächsten Jahrzehnten den Anschluss an die Welt sichert.

Die Telekom wird kommen

Sind Sie sich sicher, dass die Telekom kommen wird, wenn der Bedarf steigt und VDSL nicht mehr ausreicht? Die Erfahrung mit der Situation in Liedberg und Steinhausen sagt etwas anderes: Seit der Einführung von DSL vor 15 Jahren litten diese Ortsteile unter langsamen und gar nicht verfügbaren Anschlüssen. Selbst die Gründung einer Bürgerinitiative, die von der Telekom Investitionen in ihr Netz forderte, führte letztlich nicht zu einer Verbesserung. Die Deutsche Telekom verlangte ihrerseits einen sechsstelligen Zuschuss für die Aufrüstung des Netzes. Erst vor kurzem, zeitnah zum Markteintritt des Konkurrenten Deutsche Glasfaser, hat die Telekom den Ausbau vorangetrieben.

Nun sind Steinhausen und Liedberg keine kleinen Orte mit ein paar Häusern an einer Feldwegkreuzung. Wenn die Telekom den Bedarf in Liedberg und Steinhausen über ein Jahrzehnt lang ignoriert und selbst auf mehrere Jahre andauernden starken öffentlichen Druck hin ihr Netz nicht ausbaut, dann kann das Pesch genauso passieren. Im Vergleich zur Aufrüstung von DSL zu VDSL, die die Telekom in Pesch gerade erst hinter sich hat, ist der Ausbau von FTTH eine weit größere Investition. Die Telekom wird sich ohne Konkurrenzdruck so bald nicht genötigt fühlen, diesen Schritt zu machen. Deshalb sollten Sie sich nicht nur fragen, ob VDSL jetzt schnell genug ist, sondern auch, ob es in 15 Jahren noch ausreicht. Zur Erinnerung: Vor 15 Jahren waren 0,8Mbit/s unglaublich schnell. Heute gelten weniger als 30Mbit/s als Unterversorgung.

Jemand anders wird kommen

Wenn Bedarf besteht, dann wird sich schon ein Anbieter finden, der ein Angebot macht, oder? So ist es leider nicht. Auch die Deutsche Glasfaser hat sich Pesch nicht ausgesucht, weil hier so viele potentielle Kunden nur auf schnelleres Internet gewartet haben. Das würde es zwar einfacher machen, aber tatsächlich liegt Pesch einfach nur gerade "auf dem Weg". Ohne ausreichende Nachfrage wird das Netz hier nicht gebaut. Wenn erst die Verbindungen um den Ort herum gebaut sind, kümmert sich Deutsche Glasfaser um andere Orte, die noch nicht abgelehnt haben. Davon gibt es in Deutschland sehr viele: Von über 50 Millionen Haushalten erreicht DG noch keine Million. Da wird sich Pesch hinten anstellen müssen.

Für andere Anbieter besteht noch weniger Anreiz, nach Pesch zu kommen: Unsere Nachbarorte Liedberg, Steinhausen und Drölsholz sowie viele weitere Orte in der Umgebung sind bereits an das Glasfasernetz angeschlossen. Mit einer Leitung nach Pesch erschließt sich also nur ein kleiner Markt. Ohne Subventionen wird das kein anderes Unternehmen angehen. Die Verhandlungsposition von Pesch ist in dieser Hinsicht alles andere als rosig. Ein Angebot wie das von der Deutschen Glasfaser wird nicht wieder kommen.

In einigen Gebieten von Deutschland bauen Stadtwerke eigene Glasfasernetze. Anstatt darauf zu hoffen, dass das hier vielleicht auch irgendwann der Fall sein könnte, sollten Sie erkennen, dass der Versorger NEW beim Glasfaserausbau mit im Boot ist, und zwar jetzt!

Jetzt Glasfaser?

In der öffentlichen Diskussion wird die Entscheidung der Telekom kritisiert, nicht in den flächendeckenden FTTH Ausbau zu investieren, sondern VDSL und Vectoring einzusetzen. Darauf erwidert die Telekom, dass nur so das Ziel des Breitbandausbaus erreicht werden kann, flächendeckend schnelle Internetzugänge zu ermöglichen. Der FTTH Ausbau ist aufwendiger, weil tatsächlich neue Leitungen zu jedem einzelnen Anschlussnehmer verlegt werden müssen. Das würde die Telekom nicht nur deutlich mehr Geld kosten sondern dauert auch länger. Aus Sicht der Telekom ist die Entscheidung für VDSL unter der Vorgabe des zügigen flächendeckenden Ausbaus also wahrscheinlich richtig. Trotzdem ist das aus Kundensicht kein Argument gegen einen FTTH Ausbau. Es macht keinen Sinn, hier auf etwas zu verzichten, nur weil es andere Orte nicht oder erst Jahre später bekommen können. Wir sind in Pesch in der glücklichen Lage, dass ein Anbieter die Investitionen stemmen will und uns jetzt weit bessere Anschlüsse offeriert, als die Telekom flächendeckend zu liefern bereit ist. Wir sollten diesen Vorteil nutzen. Wenn Pesch diese Runde aussetzt, dann wird es sehr lange dauern, bis wir wieder an der Reihe sind. Übrigens ist eine Entscheidung für FTTH keine Entscheidung gegen VDSL: Das ist trotzdem oder gerade deswegen da.

Investition

Man kann das Ausbauvorhaben auch als Gesamtinvestition vergleichen. Nach Informationen der Deutschen Glasfaser müssen in Pesch knapp 300 Anschlüsse gebucht werden, damit das Netz im ganzen Ort gebaut werden kann. Für durchschnittlich knapp 30 Euro im Monat über zwei Jahre ist der Anschluss mit einem Tarif beim Provider Flink zu bekommen. Insgesamt ist diese komplett neue Infrastruktur in Pesch also ab ca. 210000 Euro zu haben. Vergleichen Sie das mit den 190000 Euro, die die Telekom als Deckungslücke für die Versorgung von Liedberg, Steinhausen und Drölsholz ausgerechnet und als Förderung nur für den DSL Ausbau verlangt hat. Dafür hätte aber niemand von der Telekom einen Anschluss gelegt bekommen, geschweige denn das damit für zwei Jahre ein Internettarif bezahlt gewesen wäre. Diese Kosten hätten die Telekomkunden zusätzlich selbst tragen müssen, während bei der Deutschen Glasfaser der Anschluss und die ersten zwei Jahre von der Summe abgedeckt sind. Kann die Deutsche Glasfaser zaubern? Natürlich nicht. Das gesamte Investitionsvolumen für den Netz- und Anschlussbau in Pesch beträgt nach Angaben der Deutschen Glasfaser 1,1 Millionen Euro. Dazu kommen noch Betriebs- und Verwaltungskosten, Werbungskosten und die Zuführungen zum Ort. So weit gehen das Unternehmen und seine Investoren für nur einen Ortsteil in Vorleistung, während die Telekom wegen 190000 Euro drei Ortsteile am langen Arm verhungern ließ. Müssen wir uns deshalb vor der Deutschen Glasfaser verbeugen? Nein. Aber dieser Vergleich zeigt, wie gut das Angebot der Deutschen Glasfaser wirklich ist, und was für ein riesiger Fehler es wäre, es aus Desinteresse oder falscher Sparsamkeit abzulehnen.

Quellen und weiterführende Informationen