Glasfaser für Korschenbroich-Pesch

Ich war nicht auf der Informationsveranstaltung

Kein Problem

Was im Vortrag erwähnt wurde, besonders die spezifischen Details zum Ausbauvorhaben in den einzelnen Orten, versuche ich hier wiederzugeben. Viele der allgemeinen Informationen können auch jederzeit auf der Webseite der Deutschen Glasfaser nachgesehen werden. Die Informationsveranstaltung war an die Einwohner der nördlichen Ausbaugebiete gerichtet. In der Reihenfolge aus dem Einladungsschreiben sind das: Kleinenbroich, Korschenbroich, Pesch, Herrenshoff, Neersbroich, Raderbroich und Engbrück.

Diese Seite beschreibt den Inhalt der Vorabveranstaltung. Die Informationsabende für die einzelnen Orte in der Woche ab dem 22.08.2016 haben in großen Teilen den gleichen Inhalt in leicht abgewandelter Form, ergänzt durch konkrete Zahlen und aktuellere Planungskarten für die Ausbauvorhaben in den Orten. Und natürlich bieten sie die Gelegenheit, sich mit anderen Menschen aus dem selben Ort auszutauschen. Verdursten muss dabei auch niemand: Mit der Begrüßungstasche werden Getränkefreimarken verteilt.

Vorstellung Deutsche Glasfaser

Der Abend begann mit der Vorstellung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit der Deutschen Glasfaser (DG): Seine Ursprünge hat das Unternehmen in den Niederlanden, wo die Firma Reggeborgh Reggefiber schon seit mehr als zehn Jahren aktiv ist und mehrere Millionen Glasfaseranschlüsse gebaut hat. Die Deutsche Glasfaser wurde 2013 von der Reggeborgh Gruppe in Borken im Münsterland gegründet und hat dort auch ihr erstes Netz realisiert. Seitdem wurden in Deutschland über 130000 Anschlüsse gebaut. Mehr als 56000 dieser Anschlüsse sind aktiviert. Die DG hat über 1500 Geschäftskunden.

Die DG ist privat finanziert. Das Netz wird nicht auf Kosten des Steuerzahlers gebaut. In den Jahren 2014 und 2015 wurden rund 150 Millionen Euro investiert. 2015 hat der amerikanische Investor KKR einen Mehrheitsanteil an Deutsche Glasfaser von Reggeborgh übernommen. Weitere Investitionen in Höhe von 450 Millionen Euro sind gesichert. Die DG kalkuliert mit einer Amortisation erst ab 10 oder mehr Jahren. Dies wurde besonders im Gegensatz zu Aktiengesellschaften herausgestellt, die erwarten, dass sich Investitionen schneller rentieren.

Das Glasfasernetz wird von DG als "Open Access" Netz gebaut. Das heißt, dass auch andere Internetprovider sich in das Netz der DG einmieten und ihre Dienste darüber anbieten können. Zur Zeit und in den nördlichen Ausbaugebieten stehen drei Provider zur Auswahl: Die Deutsche Glasfaser selbst, die NEW, die die gleichen Tarife anbietet wie DG, und der Provider Flink, der davon abweichende Tarife anbietet. Es ist möglich (aber nicht garantiert), dass in Zukunft weitere Provider eigenständige Angebote über das Netz der DG realisieren.

Die Deutsche Glasfaser verspricht, sich an die Bestimmungen des Telekommunikationsgesetzes zu halten, und ist bei der Bundesnetzagentur registriert.

Bisheriger Netzausbau

Nach der Unternehmensvorstellung wurde kurz der bisherige Ausbau im Gebiet der Stadt Korschenbroich gezeigt. Mit Ausnahme von Glehn wurde in allen Orten die für den Ausbau notwendige Quote von 40% der Haushalte erreicht, die über einen der Provider einen Vertrag für einen Glasfaseranschluss abgeschlossen haben. In Glehn wurde bislang nur ein kleiner Teil des Ortes angeschlossen. (Wer sich an die Zeitungsberichte erinnert, weiß, dass zunächst Glehn und einige kleinere Ortschaften zusammen gezählt wurden. Als sich abzeichnete, dass die kleinen Orte die 40% klar überschreiten würden, während in Glehn das Interesse sehr verhalten war und insgesamt zu weniger als 40% geführt hätte, wurde die Aufteilung geändert.)

Die nördlichen Ausbaugebiete

Auf einer Karte wurden die nördlichen Ausbaugebiete gezeigt: Herrenshoff, Raderbroich, Neersbroich, Korschenbroich und Kleinenbroich, das wegen der großen Zahl der Haushalte nochmal in Kleinenbroich nördlich und südlich der Bahnlinie unterteilt geplant wird. Die eingezeichneten Gebiete waren noch nicht endgültig festgelegt. Es wurden weitere Informationsveranstaltungen während der Nachfragebündelung in den einzelnen Orten in Aussicht gestellt.

Der Zweck der ersten Vorabinformationsveranstaltung war auch, das grundsätzliche Interesse in den nördlichen Ausbaugebieten auszuloten. In der Korschenbroicher Veranstaltung berichteten dann auch mehrere von sehr langsamen Internetanschlüssen und großem Interesse, wiesen aber auch auf den bevorstehenden VDSL Ausbau durch die Telekom hin und mahnten zur Eile.

Glasfaser im Vergleich

Weiter ging es mit einem Vergleich zwischen den verschiedenen Anschlusstechniken. Für die herkömmlichen Anschlüsse wurden die Probleme herausgestellt, dass mit größerer Entfernung zum Verteiler die Geschwindigkeit des Internetanschlusses sinkt und dass die Bandbreite von vielen Nutzern geteilt wird, was besonders in den Abendstunden zu niedrigen Übertragungsraten führt. Im Gegensatz dazu wurde für das Glasfasernetz 100 Prozent Leistung in jeder Entfernung zum Verteiler und zu jeder Tageszeit versprochen.

Steigender Bandbreitenbedarf

Um den Bedarf für hohe Bandbreiten und weiteres Steigerungspotential zu illustrieren, wurde eine Grafik des am Internetaustauschknoten DE-CIX in Frankfurt über fünf Jahre gemessenen Datenaufkommens gezeigt. Der Grafik ist ein gleichmäßiger Anstieg des übertragenen Datenvolumens auf ca. das Dreifache in vier Jahren zu entnehmen. Die tageszeitlichen Schwankungen des Bandbreitenbedarfs wurden anhand einer Zweitagesgrafik des selben Internetknotenpunkts dargestellt, die einen Unterschied von 1 zu 4 zwischen 6 Uhr und 21 Uhr zeigt. Damit wurde erklärt, warum einige Internetanschlüsse abends überlastet sind.

Es folgten weitere Gründe für höhere Bandbreiten. Da wären z.B. 4K oder UltraHD Fernseher, für deren detailreicheren Bilder größere Datenmengen übertragen werden müssen. Die nächsten olympischen Spiele werden auch in 4K übertragen. Außerdem nimmt die Zahl der Geräte im Haushalt zu, die einen Internetanschluss verwenden und darüber immer mehr Daten übertragen. Wo vor nicht allzu langer Zeit nur ein Computer stand, sind inzwischen mehrere Laptops, Handys, Tablets und Fernseher dazugekommen, und werden in Familien auch gleichzeitig genutzt.

Angebote der Provider

(Die im Folgenden beschriebenen Tarife wurden inzwischen durch neue Tarife abgelöst.)

Nach der kurzen Motivation für die Notwendigkeit von mehr Bandbreite wurden die Vertragsangebote der Provider vorgestellt. Den Anfang machte das Angebot der Deutschen Glasfaser selbst und das identische Angebot von NEW: Es enthält den Anschluss selbst, der bei Verträgen, die während der Nachfragebündelung abgeschlossen werden, wie auch das Glasfasermodem kostenlos ist.

Für die monatliche Grundgebühr von 34,95 Euro erhält der Kunde eine Internetflatrate mit 100Mbps im Up- und Download sowie einen Telefonanschluss mit einer Leitung und einer Rufnummer.

Für die einmalige Gebühr von 50 Euro kümmert sich Deutsche Glasfaser um die Kündigung des alten Telefonvertrags und um die Übernahme der alten Rufnummer in den neuen Vertrag (Portierung). Außerdem wird die Grundgebühr für den neuen Anschluss bis zu 12 Monate nicht berechnet, solange der alte Anschluss wegen einer Kündigungsfrist oder Mindestvertragslaufzeit noch parallel läuft. Alle anderen Kosten außer der Grundgebühr von 34,95 Euro werden von Anfang an berechnet.

Die Grundgebühr ist ein Sonderangebot während der Nachfragebündelung und steigt nach zwei Jahren auf 46,95 Euro. Der Vertrag kann aber zu diesem Zeitpunkt gekündigt werden, wenn Sie erstmal nur den Anschluss sicherstellen wollen.

Es gibt zusätzliche Dienste, die dazugebucht werden können: Weitere Rufnummern, mehr Telefonleitungen, verschiedene Telefonflatrates, höhere Bandbreite (200Mbps im Upload und Download), Fernsehen über den Internetanschluss (DGTV). Außerdem kann ein WLAN-Router von Deutsche Glasfaser erworben werden. Dies ist aber nicht Pflicht.

Das Angebot des Providers Flink ist anders strukturiert. Das Basispaket beinhaltet nur einen reinen Internetanschluss ohne Telefonanschluss. Dafür ist die Bandbreite schon im Basispaket doppelt so hoch wie bei Deutsche Glasfaser und NEW: 200 statt 100 Megabit pro Sekunde. Wie bei den anderen Providern ist der Anschluss während der Nachfragebündelung kostenlos. Die monatlichen Gebühren betragen in den ersten 12 Monaten 0 Euro und ab dem 13. Monat 50 Euro. Auch bei Flink können Zusatzdienste gebucht werden, wie z.B. ein oder mehrere Telefonleitungen und Rufnummern, Telefonflatrates, DGTV, etc.

Wofür brauche ich das?

Weiter ging es mit Anwendungsbeispielen, die die Bedeutung eines schnellen und zuverlässigen Internetzugangs erläutern sollten. Den Anfang machte die Schule, die Materialien online bereitstellt, gefolgt von Videostreams im Onlinestudium. Um mit Familienangehörigen und Freunden im Ausland oder entfernten Städten in Kontakt zu bleiben, bietet sich Videotelefonie per Facetime oder Skype an, deren Qualität stark von der Leistungsfähigkeit des Internetanschlusses abhängt, und zwar besonders von der Upstreambandbreite.

Die Beispiele "Home Automation" und "Termineinblendung im Badezimmerspiegel" haben nach dem Geräuschpegel während des Vortrags zu urteilen das Publikum eher amüsiert als informiert. Das nächste Beispiel war dann schon wieder realistischer: Für Home Office, also Arbeiten von zu Hause, ist ein zuverlässiger Internetanschluss notwendig, der auch über eine hohe Uploadbandbreite bietet, damit der Austausch mit den Servern des Arbeitgebers nicht ständig Wartepausen verursacht.

Die ultrahochauflösenden Fernseher wurden nochmals erwähnt, gefolgt von Fotobüchern, für deren Bestellung große Datenmengen zum Druckdienstleister übertragen werden müssen, was mit üblichen asymmetrischen Internetanschlüssen durchaus Stunden dauern kann und erheblich von der hohen Uploadbandbreite eines FTTH Anschlusses beschleunigt wird.

Ein finanzielles Argument war das Sparkassengutachten, dass einem Haus mit Glasfaseranschluss einen um durchschnittlich 3000 Euro höheren Wert zumisst als einem ohne Glasfaseranschluss. Ebenso soll sich die Attraktivität für Mieter erhöhen, die zunehmend bei der Wohnungssuche nicht nach einem zweiten Stellplatz sondern nach einem leistungsfähigen Internetanschluss schauen.

Abschließend wurden die Vorteile in Stichworten zusammengefasst: "Standortvorteil", "gerüstet für die Zukunft", "störungsfreie Technik", "Wertsteigerung der Immobilie" und "einmalige Chance". Auf den letzten Punkt wurde besonderer Wert gelegt: Wenn die 40% nicht erreicht werden und die Deutsche Glasfaser ihre Bemühungen in andere Ausbaugebiete verlagert, dann wird das Netz hier auch später nicht gebaut werden. Diese Aussage wurde auch auf der Bauinformationsveranstaltung in Jüchen bekräftigt, wo Bürger aus Gebieten, die nicht die nötige Quote erreicht hatten, genau zu diesem Punkt nachgehakt hatten.

Fünf gute Gründe

Ein eingespielter Film mit dem Namen "Fünf gute Gründe" wiederholte nochmal einige der Argumente, diesmal verpackt in flotte Infografiken, und stellte den Ablauf des Ausbaus schematisch vor. Der Film ist auf Youtube verfügbar:

Projektablauf

Im Anschluss an den Film wurde der Ablauf des Gesamtprojekts erklärt. Los geht es mit der Informationsphase. Dazu gehört die Vorabinformationsveranstaltung wie auch mehrere Anschreiben per Post. Außerdem wurde noch jeweils eine Informationsveranstaltung in den einzelnen Orten in Aussicht gestellt. Möglicherweise wird es auch ein Ladenlokal der Deutschen Glasfaser vor Ort geben, an das man sich persönlich mit Fragen wenden kann. Natürlich hält auch die Webseite der DG umfangreiche Informationen zur Verfügung.

Dann wählen die Interessenten ihren Diensteanbieter aus. Die Verträge können bei der Deutschen Glasfaser selbst, bei der NEW und bei Flink abgeschlossen werden. Alle Verträge tragen zur Quote bei. Inzwischen hat die Nachfragebündelung begonnen. Mit einem Rundschreiben ist der Vordruck für einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser in alle Haushalte im Projektgebiet gelangt. Die Verträge können aber selbstverständlich auch online abgeschlossen werden.

Ebenfalls Teil des Projekts ist die Mund-zu-Mund Propaganda: Die Erfahrungen in anderen Orten zeigen, dass die nötigen 40% der Haushalte nur dann erreicht werden, wenn Nachbarn, Freunde, Bekannte und Verwandte die Glasfaseranschlüsse empfehlen und ggf. erklären, warum sie sich dafür entschieden haben.

Wenn bis zum Ende der Nachfragebündelung die 40% Quote erreicht wurde, dann folgt die Planungsphase. In diesem Abschnitt wird der konkrete Bau des Netzes geplant, wozu auch die Hausanschlüsse gehören. Es wird ein individueller Termin für eine Hausbegehung mit jedem Anschlussnehmer gemacht. Bei der Hausbegehung werden die Wege für die Glasfaser ins Haus und im Haus mit einem erfahrenen Techniker abgeklärt und festgehalten.

Auch die Position des PoP, des "Point-of-Presence", wird erst nach erfolgreicher Nachfragebündelung ausgewählt. Der PoP ist ein Verteiler, in dem alle Glasfasern in einem Ort zusammenlaufen. Dort ist die Netzwerktechnik untergebracht. Jeder PoP ist mit zwei 20Gbps Leitungen an das Kernnetz der Deutschen Glasfaser angeschlossen und kann bei Bedarf noch weiter aufgerüstet werden. Das Netz der Deutschen Glasfaser ist in Ringen strukturiert, so dass bei Beschädigung einer Anbindung die andere Anbindung weiter verfügbar bleibt. Für die Aufstellung dieses Verteilers wird die Deutsche Glasfaser in Gesprächen mit der Stadt Korschenbroich in den Orten jeweils ein geeignetes Grundstück suchen und kaufen. Die PoPs gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen. Bilder sind u.a. auf den Webseiten der Deutschen Glasfaser zu sehen. (In Liedberg-Steinhausen steht der PoP von Pesch kommend auf der rechten Seite hinter der großen Kreuzung am Ortseingang, gegenüber von An der Mühle 32.)

Der Bau des Netzes beginnt mit der Aufstellung des PoPs. Von dort aus werden gebündelte Glasfaserkabel zu "Distribution Points" genannten Verteilern gelegt. Diese Verteiler werden unterirdisch angelegt. Dort werden die Glasfasern, die zu den einzelnen Häusern und Wohnungen führen, mit den gebündelten Fasern vom PoP verbunden ("gespleißt"), so dass durchgängige Glasfasern von den Hausanschlusspunkten bis zum PoP entstehen. Die Verlegung der Glasfasern wird dabei weit überwiegend so durchgeführt, dass Baustellen, die am Morgen eröffnet werden, bis zum Abend des selben Tages wieder geschlossen werden. Verkehrsbeeinträchtigungen werden auf diese Weise minimiert. Bevorzugt wird die Verlegung unter dem Bürgersteig, in einem ca. 30cm breiten und 40 bis 50cm tiefen Graben. Nur wo das nicht möglich ist, kommt z.B. Microtrenching zum Einsatz, ein Verfahren, bei dem nur eine sehr schmale Fräsung benötigt wird, um die Glasfaser zu verlegen.

Der Netzausbau wird immer zu 120% durchgeführt. Das heißt, es werden so viele Glasfasern in der Straße verlegt, dass jede Wohneinheit angeschlossen werden kann, auch die, die noch keinen Vertrag abgeschlossen haben, und eine Reserve darüber hinaus. So ist es möglich, dass auch nach dem ersten Ausbau noch weitere Anschlüsse gelegt werden können. Außerhalb der Nachfragebündelung werden die Kosten für die dann notwendigen Bauarbeiten dem später hinzukommenden Kunden berechnet. Der Preis dafür liegt bei mindestens 750 Euro. Bei aufwendigen Hausanschlüssen, z.B. mit langen Einfahrten, kann es auch mehr kosten. Nur wer direkt beim ersten Ausbau dabei ist, bekommt den Anschluss kostenlos.

Der Hausanschluss

Für den Hausanschluss werden meist nur zwei Löcher benötigt: Eins im Bürgersteig und eins direkt am Haus. Dazwischen wird das dünne, flexible Rohr, das die Glasfaser aufnimmt, unterirdisch per Luftdruckrakete vorgetrieben. Die Tiefbaufirma ist in der Lage, das Kabel bis zu 50m weit ohne weitere Aufgrabung zu verlegen. Vorgärten und Einfahrten müssen also nicht "umgepflügt" werden. Das Loch in der Außenmauer wird von innen nach außen gebohrt, so dass nur ein schmales Loch an der Hauswand gegraben werden muss. Wenn eine Mehrsparteneinführung oder ein Rohr vorhanden ist, durch das bestehende Versorgungsleitungen ins Haus geführt werden und das für die Glasfaserzuführung mitgenutzt werden kann, weisen Sie bei der Hausbegehung darauf hin. Dies ist auch für das Bauunternehmen die einfachere Lösung im Vergleich zum Bohren. Die Kabeldurchführung wird fachmännisch gas- und wasserdicht verschlossen. Die DG garantiert die ordnungsgemäße Abdichtung fünf Jahre und steht für eventuelle Schäden in diesem Zeitraum gerade.

Die Zuführung ins Haus erfolgt typischerweise im Keller, oder im Hausanschlussraum, wenn kein Keller vorhanden ist. Die Kabeleinführung kann auch oberirdisch erfolgen, z.B. wenn eine "weiße Wanne" nicht durchbohrt werden soll. In direkter Umgebung der Kabeleinführung wird der Hausübergabepunkt (HÜP) montiert. In diesem endet das Glasfaserkabel, das vom PoP kommt. Daran angeschlossen wird, ebenfalls per Glasfaser, der Netzabschluss (NT, Network Termination). Im einfachsten Fall wird der NT direkt neben den HÜP montiert. Der NT kann auch an anderer Stelle im Haus montiert werden, z.B. im Arbeitszimmer, oder bei Mehrfamilienhäusern in den Wohnungen. Dafür muss der Kabelweg aber vom Eigentümer des Hauses vorbereitet sein. Die Arbeiter, die von Deutsche Glasfaser mit dem Bau des Netzes und der Hausanschlüsse beauftragt sind, stemmen in Ihrem Haus keine Wände für Kabelkanäle auf und machen keine Mauerdurchbrüche (außer der einen Bohrung für die Kabeleinführung ins Haus). Vom NT geht die weitere Verbindung über ein Ethernetkabel zum Router.

Als Router kann entweder der von der DG für 39,95 Euro angebotene Router oder ein anderer Router eingesetzt werden, der über die nötige Leistung und Funktionalität verfügt. Geräte, die von anderen Providern auf ihre Anschlüsse zugeschnitten ("gebrandet") wurden, können evtl. zu Problemen bei der Telefonie führen, da sie möglicherweise nicht die für den Anschluss der DG benötigten Einstellmöglichkeiten bieten. Handelsübliche "freie" Router haben diese Probleme nicht. Im Zweifelsfall lassen Sie sich im Fachhandel beraten, oder wählen Sie einfach den Router der DG. Vorhandene analoge Telefone, egal ob kabelgebunden oder schnurlos, können weiter genutzt werden. Am Router werden sie über RJ-11 Modularstecker angeschlossen. Wenn Ihre Telefone noch TAE-Stecker haben, können Sie einen passenden Adapter im Fachhandel für wenige Euro kaufen oder in den Informationsstellen der Deutschen Glasfaser kostenlos abholen. Um Telefone mit ISDN-Anschluss weiterverwenden zu können, achten Sie bei der Routerwahl auf einen internen S0-Bus. Für den Anschluss der Set-Top-Box bei Buchung der TV-Option empfiehlt die DG eine Ethernetverkabelung, da WLAN störungsanfälliger ist und je nach Umgebung nicht die erforderliche Übertragungsgeschwindigkeit bringt.

Der Anschluss kann direkt nach Fertigstellung des Hausanschlusses genutzt werden. Die Mindestvertragslaufzeit beginnt ebenfalls zu diesem Zeitpunkt. Die Grundgebühr für den Anschluss wird beim Angebot der Deutschen Glasfaser aber erst ab dem Zeitpunkt fällig, zu dem der alte Telefonvertrag endet und die Rufnummer zum neuen Anschluss portiert wird. Bis dahin telefoniert der Kunde über den alten Anschluss, kann aber zusätzlich den neuen Internetanschluss schon mit voller Geschwindigkeit nutzen. Dieser "nicht doppelt zahlen" Service wird von DG bis zu 12 Monate gewährt. Sollte in Einzelfällen noch eine längere Mindestvertragslaufzeit beim alten Provider bestehen, verspricht DG eine individuelle Prüfung und ggf. kulantes Erweitern dieser Grenze. Gebuchte Zusatzpakete und andere Leistungen außer der Grundgebühr werden vom Anschlussdatum an berechnet. Die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Ohne Kündigung verlängert sich der Vertrag einmal um 12 Monate, dann jeweils um einen Monat. Der Hausanschluss wird bei Kündigung nicht entfernt und kann später wieder genutzt werden. Der Vertreter der Deutschen Glasfaser war allerdings optimistisch, dass wer einmal einen Glasfaser-Internetanschluss hatte, nicht zu einem langsameren Anschluss zurück will.

Fachhandel

Für die Beantwortung von individuellen Fragen zur Installation des Hausanschlusses und zu den Geräten hat die Deutsche Glasfaser Fachhändler in der Region speziell geschult. Für die nördlichen Ausbaugebiete sind das konkret EP:Jepkens in Mönchengladbach und EP:Meyer in Kleinenbroich.

Zum Abschluss

Der Vortrag endete mit einer informellen Befragung zu den vorhandenen Internetgeschwindigkeiten. Danach gab es Gelegenheit, Fragen zu stellen, was auf beiden Veranstaltungen intensiv genutzt wurde.

Quellen und weiterführende Informationen